Chevrolet Silverado EV

Chevrolet Silverado EV gebraucht aus den USA importieren

Der Silverado EV ist Chevrolets vollelektrischer Full-Size-Pickup auf der Ultium-Plattform und tritt gegen Ford F-150 Lightning und Rivian R1T an. Anders als der klassische Silverado 1500 nutzt die EV-Version eine eigenständige, flache Karosseriestruktur mit gewaltiger Batterie und 800-Volt-Bordnetz. Der US-Markt ist praktisch der einzige Beschaffungsraum, was den Import für Liebhaber besonders reizvoll macht.

Chevrolet silverado-ev – Gebrauchtwagen aus den USA
Foto: ITakePhotosOfCars · CC0 · Wikimedia Commons

Die Generationen im Überblick

Der Silverado EV startete 2023/2024, zunächst mit der Flottenversion WT (Work Truck), gefolgt von der luxuriösen RST First Edition für Privatkunden. Es handelt sich um die erste Generation, technisch verwandt mit dem GMC Sierra EV und dem Hummer EV. Charakteristisch ist die feste Ladefläche mit der Midgate-Lösung: Durch Umklappen der Trennwand zur Kabine lässt sich die Ladelänge deutlich vergrößern. Ein zusätzlicher, verschließbarer Frunk unter der vorderen Haube erweitert den Stauraum.

Antrieb und Motorenpalette

Angetrieben wird der Silverado EV von zwei Elektromotoren mit Allradantrieb. Die RST First Edition leistet rund 560 kW (etwa 754 PS) und bis zu circa 1.064 Nm im Wide-Open-Watts-Modus, während die WT-Versionen darunter liegen. Die Ultium-Batterie fasst je nach Ausführung rund 200 kWh Bruttokapazität, was außergewöhnlich hohe Reichweiten von bis zu etwa 720 km (EPA) ermöglicht. Dank 800-Volt-Architektur sind DC-Ladeleistungen bis rund 350 kW möglich; die Vierradlenkung erleichtert das Rangieren des großen Fahrzeugs erheblich.

Welche Ausstattung sich lohnt

Das Programm reicht von der nüchternen WT-Flottenversion mit robuster Innenausstattung bis zur RST mit großem Zentraldisplay, Head-up-Display, Super Cruise (teilautonomes Fahren auf freigegebenen Strecken), Panoramadach und Premium-Sound. Allen gemeinsam sind die Crew-Cab-Karosserie, die Midgate-Funktion und umfangreiche Bordsteckdosen (PowerBase) zur externen Stromversorgung von Werkzeug oder Camping-Equipment.

Gebrauchtangebot in den USA

Da der Silverado EV noch jung ist, bestehen die Gebrauchtangebote überwiegend aus RST First Edition und frühen WT-Modellen mit niedriger Laufleistung. Der Zustand ist meist sehr gut; wichtig ist die Prüfung der Ladehistorie und des Batteriezustands. Aufgrund der Fahrzeuggröße und -masse sollte man Reifen und Fahrwerk genau ansehen. Das Angebot ist überschaubar, aber wachsend.

Für wen sich der Import lohnt

Der Silverado EV lohnt für Käufer, die einen elektrischen Full-Size-Pickup mit enormer Reichweite, hoher Nutzlast und markantem Auftritt suchen und für die es in Europa schlicht kein vergleichbares Serienangebot gibt. Auch als Zugfahrzeug und mobile Stromquelle hat der Truck seinen Reiz. Man sollte sich der großen Abmessungen und der Ladeinfrastruktur-Anforderungen bewusst sein.

Technische Daten im Überblick

KarosserieFull-Size-Pickup, Crew Cab, Midgate
PlattformGM Ultium, 800 V
AntriebDual-Motor-Allrad (e4WD)
Leistung (RST)bis ca. 560 kW (~754 PS)
Drehmomentbis ca. 1.064 Nm (Wide Open Watts)
Batterie (brutto)bis ca. 200 kWh
Reichweite (EPA)bis ca. 720 km
DC-Ladeleistungbis ca. 350 kW
0–100 km/h (RST)ca. 4,5 s
Vierradlenkungja (RST)
Nutzlastbis ca. 590–800 kg je nach Version
Anhängelastbis ca. 4.500 kg (RST)
Längeca. 5,90 m
Leergewichtca. 3,8–4,1 t

Zuverlässigkeit: bekannte Problemzonen

Als neue Baureihe fehlen Langzeitdaten. Aus der frühen Produktion sind Softwarethemen rund um Infotainment, Ladekommunikation und Assistenz bekannt, die per Update behoben werden; ein aktueller Stand ist wichtig. Die hohe Masse belastet Reifen und Bremsen stärker, weshalb Verschleißteile häufiger fällig werden können. Rückrufe sollten vor dem Kauf abgefragt werden. Die Hochvoltbatterie unterliegt einer separaten Herstellergarantie, deren Restlaufzeit man sich bestätigen lassen sollte. Beim Frunk und den elektrischen Verriegelungen lohnt eine Funktionsprüfung.

USA- und EU-Ausführung im Vergleich

US-Modelle nutzen den NACS- beziehungsweise CCS1-Ladeanschluss, der für Europa einen Adapter oder Umbau auf CCS2 erfordert. Seitenblinker in Amber, Meilen-Tacho, US-Funkbänder und teils Super Cruise ohne europäische Freigabe sind weitere Punkte. Die schiere Fahrzeuggröße überschreitet europäische Parkraum- und teils Führerschein-Gewichtsgrenzen (über 3,5 t erfordert je nach Zulassung die Klasse C1). Antrieb und Karosserie sind ansonsten identisch.

In sieben Schritten zum eigenen US-Import

Zuerst Auswahl und VIN-Prüfung zur Bestimmung des Herstellungsorts. Danach Kaufabwicklung über einen Treuhandmechanismus, Landtransport zum Hafen und Seetransport nach Europa. Es folgen Gestellung beim Zoll, technische Prüfung mit Einzelabnahme oder TÜV, erforderliche Umrüstungen und die Zulassung. Wegen Größe und Gewicht ist der Logistikaufwand höher als bei Pkw.

Zoll, Steuern und Kosten verstehen

Auf den Punkt: Entscheidend ist das Werk laut VIN – nur belegter US-Ursprung ermöglicht 0 % Zoll. Die 19 % EUSt kommen immer hinzu.

Die Herkunft ist neutral zu bewerten, auch wenn der Silverado EV in den USA gebaut wird: Maßgeblich ist der über VIN und Papiere nachgewiesene Ursprung. Bei belegtem US-Ursprung und Direkttransport kann nach den Verordnungen (EU) 2026/1455 und 2026/1461 (seit 01.07.2026, befristet bis 31.12.2029) ein Einfuhrzoll von 0% zur Anwendung kommen, unter dem Vorbehalt des Ursprungsnachweises. Fehlt dieser, gilt der einschlägige Zollsatz. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19% fällt in jedem Fall an und wird getrennt kalkuliert. Hinzu kommen Transport, Prüf- und Zulassungskosten. USCar Trader vermittelt ohne eigene Marge.

TÜV und Zulassung in Deutschland

Für die Einzelabnahme werden Beleuchtung und Blinker auf EU-Norm gebracht, Nebelschlussleuchte ergänzt, der Tacho auf km/h umgestellt und der Ladeanschluss geprüft. Aufgrund der Abmessungen und des Gewichts sind Achslasten und Beleuchtungsgeometrie sorgfältig zu dokumentieren. Nach bestandener Vollabnahme erfolgt die Zulassung, gegebenenfalls mit Hinweis auf die erforderliche Fahrerlaubnisklasse.

Die Kauf-Checkliste

  • VIN dekodieren und Ursprung bestätigen
  • Carfax/AutoCheck auf Unfälle und Titelstatus prüfen
  • Batteriezustand (SoH) und Ladehistorie dokumentieren lassen
  • Softwarestand und offene Rückrufe abfragen
  • Reifen, Bremsen und Fahrwerk wegen hoher Masse prüfen
  • Funktion von Midgate, Frunk und PowerBase testen
  • zulässiges Gesamtgewicht und Führerscheinklasse klären

Fragen und Antworten

Passt der US-Ladeanschluss in Europa?

US-Modelle nutzen NACS oder CCS1. Für europäische Säulen ist ein Adapter oder eine Umrüstung auf CCS2 nötig.

Kann der Silverado EV zollfrei importiert werden?

Ein Zollsatz von 0% ist bei nachgewiesenem US-Ursprung möglich, jedoch nicht garantiert; die 19% Einfuhrumsatzsteuer fallen immer an.

Brauche ich einen besonderen Führerschein?

Übersteigt das zulässige Gesamtgewicht 3,5 t, ist je nach Zulassung die Klasse C1 erforderlich. Das sollte vor dem Kauf geklärt werden.

Wie hoch ist die reale Reichweite?

Nach EPA sind bis etwa 720 km möglich; im Alltag und bei Anhängerbetrieb liegt der Wert deutlich darunter.

Funktioniert Super Cruise in Europa?

Das teilautonome System ist auf US-Karten ausgelegt und in Europa nicht freigegeben; das Fahrzeug fährt hierzulande ohne diese Funktion.

Ist die Batterie noch abgesichert?

Die Hochvoltbatterie hat eine separate Herstellergarantie; Restlaufzeit und Übertragbarkeit sollten schriftlich bestätigt werden.

Wie aufwendig ist der Transport?

Wegen Länge und Gewicht ist der Silverado EV logistisch anspruchsvoller als ein Pkw, was sich in den Nebenkosten niederschlägt.

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